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Herzlich Willkommen auf der Homepage des Frauenmuseums Istanbul!

Das Frauenmuseum Istanbul ist ein Dialogbegleiter zwischen den Geschlechtern, den Generationen und zwischen den ethnisch kulturellen Gruppen der Stadt und macht die Frauengeschichte der Stadt am Beispiel von Wegbereiterinnen und inspirierenden weiblichen Vorbildern erfahrbar. Besuchen Sie unsere Online Ausstellung und erfahren Sie mehr dazu. Auch über Facebook und Twitter bleiben Sie mit uns in Kontakt.

  • Ist es möglich, ein Frauenmuseum an einer Universität zu eröffnen?

    Ja! Der zunehmende Einfluss der Frauenbewegung in den 1960er Jahren ermutigte Frauengruppen in den 70er Jahren Frauenmuseen in Universitäten zu integrieren. So wurde in der Kleinstadt Marion im Bundesstaat Alabama 1970 auf dem Campus des Judson College –der fünften Frauenuniversität der USA seit 1938- eine Women's Hall of Fame eröffnet, um die Frauenkultur des Bundesstaates zu dokumentieren.

    Auch die Connecticut Women's Hall of Fame (ABD, New Haven, Connecticut), die 1993 gegründet wurde, stellt ein Beispiel für ein Museum dar, das zunächst im Rahmen einer Universität (in diesem Fall das Hartford College for Women, Universität von Hartford) eingerichtet wurde und später zu einer eigenständigen Institution wurde.

    Die Eröffnungsfeier des Frauenkulturmuseums der Shaanxi Universität (China) im Juli 2002 war ein unvergessliches Erlebnis für Studentinnen und Dozentinnen. Die Feministin und Forscherin Li Xiaojiang, die seit 1949 Frauenforschung betreibt, diesen Forschungsschwerpunkt in China eingeführte und 1990 die erste akademische Konferenz zur Frauenforschung in China organisierte, legte im Jahr 1997 durch die Schenkung ihrer exklusiven Sammlung von 400 anthropologischen und ethnologischen Objekten an die Shaanxi Universität den Grundstein für das erste Frauenmuseum Chinas.

    Am Anfang nutzte das Museum Räume mit 200 Quadratmetern innerhalb der Universität. Im Jahr 2009 wurde das Museum als nationales Museum anerkannt und im Moment ist für 1,2 Millionen Dollar auf dem Universitätsgelände ein neues modernes Museumsgebäude mit einer Fläche von 5000 Quadratmetern geplant.

    Im Jahr 2009 wurde vom Museum auch ein Forschungsprojekt durchgeführt, um die Rolle der Frau in matriarchalischen Gesellschaften zu untersuchen.


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    2012©Meral Akkent
    www.istanbulkadinmuzesi.org
    Übersetzung ins Deutsche: Sand, Annette, Fürth, Bayern, Deutschland
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Es gibt Cowboys, aber gibt es auch Cowgirls?

    Das National Cowgirl Museum and Hall of Fame, wurde 1973 in Fort Worth, der fünftgrößten Stadt des Bundesstaates Texas, gegründet. Es ist das erste Frauenmuseum, das als Arbeitsschwerpunkt nicht die Frauengeschichte allgemein beleuchtet, sondern ein eng umrissenes Arbeitsgebiet hat.


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    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • In welchem Land wurde der Begriff "Frauenmuseum" zuerst benutzt?

    Das erste Museum, das den Begriff "Frauenmuseum" benutzte, wurde 1981 in Bonn auf die Initiative der Künstlerin Marianne Pitzen gegründet, die durch eine Gruppe interdisziplinär arbeitender Wissenschaftlerinnen unterstützt wurde. Es war eine Reaktion auf die Unterrepräsentation von Künstlerinnen in üblichen Museen.

    Das Frauenmuseum, das 2011 sein dreißigjähriges Jubiläum feierte, betrachtet sich als "die Mutter aller Frauenmuseen".


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    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Welches Museum wurde gegründet, um hervorragende Leistungen von Künstlerinnen zu zeigen?

    1981'de Washington'da (ABD) "Kadınların sanatta yarattığı harikaları" göstermek isteyen ve büyük bir bir kadın

    Im Jahr 1981 öffnete die Sammlerin von Frauenkunst und Kunsthistorikerin Wilhelmina Cole Holladay (*1922) an bestimmten Tagen ihre exklusive Sammlung in ihrem Haus in Washington für Besucher, um die "wunderbaren Werke von Frauen" zu zeigen. Ein Traum wurde für sie wahr, als sie ein 78.810 Quadratmeter großes Gebäude in der Nähe des Weißen Hauses kaufte und renovierte und dort ihr Museum verwirklichte.

    Das Museum wurde im Frühjahr 1987 unter dem Namen National Museum of Women in the Arts (NMWA) mit der Ausstellung "Amerikanische Künstlerinnen: 1830-1930" eröffnet, die von der feministischen Kunsthistorikerin Dr. Eleanor Tufts zusammengestellt worden war.


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    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Wer ist die Mutter, die auf der Suche nach einer Institution, die bei ihrer Tochter Interesse für Frauengeschichte wecken könnte, selbst ein Museum mit einem speziellem Konzept errichtet hat?

    Die Geschichte des International Museum of Woman (San Francisco, USA), das ursprünglich Womens's Heritage Museum hieß, wurde von der Soziologin Elisabeth Colton mitgeprägt.

    Als Elisabeth Colton auf der Suche nach einer Institution war, die bei ihrer Tochter Interesse für Frauengeschichte wecken könnte, traf sie auf das 1985 gegründete Women's Heritage Museum. Während die Tochter in diesem Museum die Frauengeschichte des Landes kennen lernte, engagierte sich die Mutter im Museum und entwickelte das Konzept des Museums weiter. Nach Colton sollte der Einflussbereich und das Interessensgebiet eines Museums weiter gefasst sein. So definiert sich das International Museum of Women seit 2006 als ein "Internetmuseum, das den sozialen Wandel aufspürt, lokales Handeln global vernetzt und internationale Partnerschaften eingeht". Entsprechend dieser Definition hat es sich zu einem internationalen Museum entwickelt, das Grenzen überschreitet und bei den Ausstellungen Frauen weltweit dazu einlädt, sich zu beteiligen und interaktive Ausstellungen zu gestalten.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Frauen-Gedenkhäuser fallen auch unter die Kategorie Frauenmuseum. Gibt es auch in der Türkei solche Häuser?

    Im Mai 2010 eröffnete in Istanbul das Leyla Gencer Haus, anlässlich des 2. Todestages der Künstlerin. Die Sopranistin Leyla Gencer war lange Jahre im Verwaltungsrat der Istanbuler Stiftung für Kunst und Kultur (IKSV) und die Eröffnung eines Gedenkhauses entsprach ihrem letzten Willen. Hier werden Privatgegenstände und das Klavier ausgestellt, die aus ihrem Haus in Mailand stammen.

    Die Idee, in einem der historischen Häuser von Ödemiş ein Museum zu ihrem künstlerischen Werdegang in ihrer Heimatstadt zu eröffnen, stammte von Bedia Akartürk, einer türkischen Volksmusiksängerin. Die Stadtverwaltung stimmte ihren zu und wurde 2008 das Bedia-Akartürk-Museum eröffnet.

    1954 wurde im nordwestlichen Turm der Selimiye Kaserne in Istanbul das Florence-Nightingale-Museum (keine Internetseite) eingerichtet, zu Ehren von Florence Nightingale, die während des Krimkriegs (1853 bis 1856) im Militärkrankenhaus der Selimiye Kaserne als Krankenschwester tätig war. Florence Nightingale gilt als Reformatorin des britischen Lazarettwesens und Begründerin der modernen Krankenpflege.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Mit welchem Thema beschäftigt sich das erste Frauenmuseum Italiens?

    Evelyn Ortner, die seit ihrem 18. Lebensjahr Frauenkleidung sammelt, gründete 1993 mit einer Gruppe Frauengeschichtsforscherinnen in Meran das Museo della Donna / Frauenmuseum "Evelyn Ortner". Frauenmuseum "Evelyn Ortner zeigt einen Querschnitt über 200 Jahre europäische Geschichte der Frauenkleidung."


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Gibt es ein Frauenmuseum, das vom Staat selber gegründet wurde?

    Ja, mehrere. Nämlich in Vietnam, Sudan und Rumänien.

    1995 wurden in Ho Chi Minh-Stadt und Hanoi gleichzeitig Frauenmuseen eröffnet, damit war Vietnam das erste Land, das zwei Frauenmuseen in einem Jahr eröffnet hat. Das Nam Bo Womens´ Museum (Ho Chi Minh-Stadt) und das Hanoi Women's Museum (Hanoi) wurden auf Initiative der Womens´ Union und mit finanzieller Unterstützung des Kulturministeriums Vietnams eröffnet. Im Konzept der beiden Museen steht die Rolle der Frauen als Mutter, Landesverteidigerin und Industriearbeiterin oder im Haushalt im Vordergrund.

    Während der Gründungsphase des Hanoi Women's Museum beteiligten sich Frauen aus ganz Vietnam und sandten historische Objekte und eine Architektin wurde für den Entwurf der Museumsgebäude beauftragt. (The Hanoi Women's Museum hat keine offizielle Internetseite)

    Das Frauenmuseum des Sudan, das Women's Museum (Omdurman, Sudan) wurde innerhalb der Abteilung Frauenforschung der Frauenuniversität Ahfad auf Initiative von Prof. Ahmad M.A. Hakim, dem Generalsekretär des Nationalen Instituts für Antiquitäten und Museen und Mitglied des Beratungsausschusses der Abteilung für Frauenforschung, gegründet.

    Das Museums will die politische, soziale und wirtschaftliche Stellung der Frau im heutigen Sudan zu dokumentieren, das Frauenkulturerbe sichtbar machen, Aktivistinnen der sudanischen Frauenbewegung dokumentieren, Frauenforschung betrieben und ein Fraueninformationszentrum für die nächsten Generationen schaffen. Das Museum hat keinen offiziellen Internetauftritt.

    Im 2001 wurde das Museum of the Romanian Peasant Woman in Maramures in der kleinen rumänischen Ortschaft Dragomiresti mit 3.167 Einwohner eröffnet. Das Museum soll die Frauen von Maramures in ihrer Rolle als Mutter, Großmutter, Ehefrau und Schwester ehren, die während der sozialistischen Periode Rumäniens das Christentum, die Traditionen, die Sprache und regionale Tracht gepflegt haben.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Wie sind die Stadt-Frauenmuseen entstanden?

    Die Entwicklung der Frauengeschichtsforschung und die Differenzierung der Forschungsbereiche ermöglichte die Spezialisierung auf bestimmte Themen in der Frauenkulturarbeit. Die kritische Auseinandersetzungen der feministischen Frauenbewegung im Kunst und Kultur Bereich machte die geringe oder fehlende Repräsentanz von Frauengeschichte in bestehenden Museeen deutlich. So sind Frauenmuseen mit dem Schwerpunkt Stadtgeschichte entstanden um Frauen Raum und Gesicht zu geben.

    Heute gibt es nur in Deutschland zwei und in der Türkei ein Frauenmuseum, das als Schwerpunkt ihrer Arbeit die Stadtgeschichte haben.

    Um ihre Kritik an den bestehenden Stadtmuseen zum Ausdruck zu bringen und eine Alternative aufzuzeigen, gründete eine Gruppe von Historikerinnen 1991 das Bremer Frauenmuseum. Dieses Museum erforscht die Geschichte von Frauen in Bremen und präsentiert die Ergebnisse in Ausstellungen nicht im eigenen Haus aus, sondern an verschiedenen öffentlichen Orten der Stadt. Es ist eines der seltenen Museen ohne Gebäude.

    Das Stuttgarter Frauenmuseum, das 1994 gegründet wurde, hat das gleiche Konzept wie das Bremer Frauenmuseum. Es wurde ebenfalls durch eine Gruppe von Historikerinnen gegründet, die durch ihre Forschungen zur Geschichte der Frauen in der eigenen Stadt eine Alternative Frauenkultur anbieten wollen.

    Frauenmuseum Istanbul, gegründet 2012 ist das dritte Frauenmuseum mit dem Themenschwerpunkt Frauenstadgeschichte.
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    Übersetzung ins Deutsche: Sand, Annette, Fürth, Bayern, Deutschland
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Warum eröffnet ein Museum, das eines Tages geschlossen werden soll?

    Während jedes Museum einen großen Bekanntheitsgrad haben möchte, wurde in Berlin 1986 "Das verborgene Museum'u" gegründet. Den Gründerinnen dieses Museums, einer Gruppe von Kunsthistorikerinnen, ging es darum, Künstlerinnen, die vergessen worden sind, wieder in Erinnerung zu bringen.

    Das "Verborgene Museum sieht seine Aufgabe als erfüllt an, wenn die "verborgenen" Künstlerinnen ihren verdienten Platz in Museen gefunden haben. Dem Verborgenem Museum haben wir es zu verdanken, dass Künstlerinnen wie Gertrud Arndt, Dorothy Bohm, Ida Gerhardi, Martha Hegemann, Lily Hildebrand, Lotte Jacobo, Lotte Laserstein, Käthe Loewenthal, Else Lohmann, Marie Vassillieff, Hilde Westström und Yva "wiederentdeckt" worden sind.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Welches Museum möchte das alles Wissen, das an Schulen und Universitäten über die Rolle der Frau in der Geschichte vermittelt wird, von Grund auf verändern?

    Das Michigan Women's Historical Center & Hall of Fame'in (Lansing, Michigan, USA) entstand, als eine Gruppe von Akademikerinnen 1973 die Michigan's Women's Studies Association gründeten. Die Gruppe begann ihre Arbeit auf dem Campus der Michigan State Universität mit dem Ziel, "das gesamte Wissen, das im Staat Michigan über die Rolle der Frau in der Geschichte in Schulen und Universitäten gelehrt wird, komplett zu verändern". Ihr eigenes Museumsgebäude konnte sie 1987 beziehen.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Welchen Einfluss hatte die International Federation for Research in Women's History (IFRWH) auf die wachsende Anzahl von Frauenmuseen?

    In den 1990er Jahren gewann die Frauengeschichtsforschung durch das Engagement der International Federation for Research in Women's History (IFRWH) eine größere Anerkennung und die Frauengeschichtforschung wurde zunehmend institutionalisiert.

    Entsprechung dieser Entwicklung war in den 1990 Jahren die Frauengeschichte auch Thema von 18 neugegründeten Frauenmuseen.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • In welcher Stadt wurde das erste Frauenmuseum in Indien eröffnet?

    1990 gründete die Lehrerin Chi. Na. Mangala in Bangalore das erste Frauenmuseum Indiens. Das Shashawati Frauenmuseum besteht aus Objekten, aus Mangalas persönlicher Kollektion, die in der Schule, die sie leitet, ausgestellt werden. (Keine Webseite) Informationen zum Museum: http://www.kamat.com/kalranga/women/shashwati/index.htm


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Wo wurde das erste Frauenmuseum zum Thema Wahlrecht der Frau eröffnet?

    Das Museum Women of the West definiert sich selber mit dem Satz "Der Kampf der Suffragetten um das Wahlrecht begann im Westen und zu Ehren dieser Bewegung wurde dieses Museum gegründet". Es wurde 1991 in Los Angeles, USA eröffnet.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • In welchem Land wurde erstmals ein Frauenmuseum aus der Staatskasse finanziert?

    In Norwegen.

    1989 präsentierte eine Gruppe von Frauen, die ein Frauenmuseum gründen wollten, dem norwegischen Ministerium für Verbraucherschutz ihr Projekt. Das Ministerium finanzierte das Projekt im Rahmen eines Frauenförderprogramms, unter der Bedingung, dass die Antragstellerinnen eine Studie zum Thema „Frauengeschichte" durchführten, deren Ergebnisse im Stadtmuseum ausgestellt werden könnte. Damit war der Grundstein gelegt für das Kvinnemuseet´in, das 1995 in Kongsvinger, Norwegen, eröffnet wurde.

    1998 erlangte das Kvinnemuseet den Status eines „Staatlichen Museums" und ist seither eines der wenigen Frauenmuseen, die vom Staat finanziert werden.


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Wer ist die sparsame Hexe, der ein Museum gewidmet ist?

    Als Henrietta Howland Robinson Green (1834 -1916) starb, hatten die Frauen in den USA noch kein Wahlrecht und wurden auch in der Geschäftswelt nicht ernst genommen.

    Nichtsdestotrotz war Henrietta nicht nur eine erfolgreiche Geschäftsfrau, sondern sie war auch die erste Frau, die sich an der New Yorker Börse ein Vermögen verdiente. Brüskiert von den Erfolgen Henriettas, bezeichnete die männliche Geschäftswelt sie als "die Hexe von der Wall Street". Als Henrietta starb, war ihr Vermögen nach heutigem Wert auf 2,1 Millarden Dollar angewachsen und sie war bekannt für ihr sparsames, rationell wirtschaftliches Handeln.

    Eingedenk dessen bekam ihr Wohnsitz, der im Jahr 2000 als Museum eingerichtet wurde, den Namen A Frugal Woman's Museum (Museum einer sparsamen Frau) (ABD, New Bedford) und zeigt erfolgreiche Geschäftsfrauen, die sich in der Finanzwelt eine Position erobert haben.


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    Übersetzung ins Deutsche: Sabine Ott, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Welche Bedeutung können die Wörter "regional" und "international" in Zusammenhang mit einem Frauenmuseum spielen?

    In den westeuropäischen Ländern, die eine hohe Migration zu verzeichnen haben, gehören Diskussionen zum Thema Diskriminierung sowie die Entwicklung von Antidiskrimimierungsstrategien zu den stetigen Punkten der Tagesordnung. Im Jahr 2001 in Deutschland wurde das Museum Frauenkultur Regional – International (Fürth/Bayern) eröffnet, das mit seinen Ausstellungen eine Gegenstrategie zur Diskriminierung aufzeigt.

    Doch die Geschichte des Museums geht auf das Jahr 1989 zurück. Eine Gruppe von Frauen, die sich selbst als „eine Gruppe von Frauen mit verschiedenen Muttersprachen" bezeichnete, gründete 1989 den Verein Frauen in der Einen Welt – Zentrum für interkultuelle Frauenalltagsforschung e.V. Dieses Zentrum begann in den 1990er Jahren, kulturvergleichende Forschungen zum Frauenalltag im Kontext von Migration durchzuführen; und das zu einer Zeit, als die akademische Forschung in Deutschland dieser Methode noch distanziert gegenüber stand. "Frauen in der Einen Welt" machte die Ergebnisse eigener Studien in Wanderausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich.

    Auf Initiative der Soziologin Meral Akkent, einem Mitglied dieser Gruppe, wurde 2001 das Museum Frauenkultur Regional – International gegründet.

    2008 eröffnete die aus dem Senegal stammende Lydia Olga in Kanada das Musée de la femme (Quebec) mit dem Ziel, „einen Einblick ins Frauenleben hier und an anderen Orten" zu vermitteln, verfolgt damit auch einen regional- und internationalen Anspruch.


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    Übersetzung ins Deutsche: Sabine Ott, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Was geschieht, wenn eine Frauenbibliothek und ein Genderdokumentationszentrum fusionieren?

    Es entsteht das argentinische Frauenmuseum Museo de la Mujer in Buenos Aires!

    Aufgrund der Lobbyarbeit von Politikerinnen der Stadtverwaltung von Buenos Aires, ehemaligen und gegenwärtigen Ministerinnen, Universitätspräsidentinnen, politischen Gruppen wie den Madres de Plaza de Mayo und der Menschenrechtsgruppe der katholischen Kirche bildete sich eine große Koalition mit dem Ziel ein Frauenmuseum zu gründen. Das Museo de la Mujer beherbergt auch eine Frauenbibliothek und ein Genderdokumentationszentrum.

    Graciela Tejero Coni, Generaldirektorin der Museen in Buenos Aires und Urenkelin der Gabriela Laperriere de Coni, einer bedeutenden Feministin aus den 1920er Jahren, hat das Museumsprojekt leidenschaftlich vorangetrieben.


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    Übersetzung ins Deutsche: Sand, Annette, Fürth, Bayern, Deutschland
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Welches Frauenmuseum wurde nach 17 Jahren unermüdlichen Einsatzes gegründet?

    Das Museo e Instituto de la Mujer Mercedes Valdivieso in Chile ist ein Projekt der feministischen Autorin Gabriela De Cicco, der es zusammen mit einer Gruppe von Künstlerinnen und Forscherinnen im Jahr 2006 nach 17 Jahren unermüdlichen Einsatzes gelang, das Museum zu gründen. Es wurde zum Gedenken an die erste feministische Autorin Chiles, der Professorin Mercedes Valdivieso (1924-1993) benannt.


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    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Welches Frauenmuseum hat das erste Mal den Begriff Gender benutzt?

    Gynaika in Antwerpen (Belgien).

    Gynaika, gegründet 2009, ist das erste Frauenmuseum, das in seinem Konzept die Genderperspektive als Arbeitsschwerpunkt ankündigt und in seinen Ausstellungen und mit den Begleitprogrammen diesem Ziel entsprechend arbeitet.


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  • In welchem Nachbarland der Türkei gibt es ein Frauenmuseum?

    In der Ukraine. 2009 gründete eine Gruppe feministischer Journalistinnen und Künstlerinnen ein virtuelles Frauenmuseum Online women´s Museum'u, das erste Frauenmuseum der Ukraine.


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  • Was setzte die Frage „Warum gibt es nicht ein einziges Museum, das sich fundiert mit der Frauengeschichte befasst, wo doch weltweit mehr als 8000 Museen existieren?" in Bewegung?

    Die Eröffnung des The Women's Museum (Dallas, USA), im Zuge dessen viele „Erste Male" verwirklicht wurden! Es ist das erste Frauenmuseum, dessen Name patentiert wurde. Es ist das erste Frauenmuseum, das in einer kurzen Zeitspanne von nur vier Jahren 30 Millionen Dollar Spendengelder sammeln konnte und ihm wurde die größte Spendensumme zuteil, die ein Frauenprojekt weltweit jemals erhielt - die Stiftung der Telefongesellschaft AT&T (USA) spendete dem Frauenmuseum während seiner Gründungsphase 10 Millionen $. Weiterhin ist es das erste Frauenmuseum, das über die modernste technische Museumsausstattung verfügt.

    Cathy Bonner, in den 1970er Jahren eine Aktivistin gegen Gewalt gegen Frauen, stellte sich und anderen während ihrer Amtszeit als Vorstandsmitglied des Handelsministeriums des Bundesstaates Texas im Jahr 1996 die Frage: „Warum gibt es nicht ein einziges Museum, das sich fundiert mit der Frauengeschichte befasst, wo doch weltweit mehr als 8000 Museen existieren?". Mit dieser Frage war auch die Idee zur Gründung eines Frauenmuseums geboren.

    The Women's Museum will die jungen Frauen der kommenden Generation daran zu erinnern, dass sie ihre Stellung in der Gesellschaft nur „auf den Schultern der tatkräftigen und mutigen Frauen aus der Vergangenheit" erreichen konnten.


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  • Was ist der Arbeitsschwerpunkt des Frauenmuseums Istanbul?

    Jeder Beitrag zur Frauengeschichte einer Stadt wirkt sich auf unser heutiges Leben aus. Das Frauenmuseum Istanbul will, dass die Stimmen von Frauen aus der fast 2700-jährigen Kulturgeschichte der Stadt gehört und geschätzt werden.


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  • Können Genderinterpretationen auch auf andere Museen, die keine Frauenmuseen sind, übertragen werden?

    Ja. Deswegen wurde im Jahr 2003 muSIEum – displaying:gender als virtuelles Museum eröffnet. Das Frauenbüro Stadt Wien hat dieses Projekt angestoßen und finanziert.

    Es wurde eine virtuelle Sammlung aus Objekten von vier Wiener Museen, dem Historischen Museum, dem Technikmuseum, dem Jüdischen Museum und dem Ethnologischen Museum, zusammengestellt. Diese Kollektion wurde auf der Internetseite muSIEum-displaying:gender mit einer Frauen- und Geschlechterperspektive und mit dem Ziel, die "Unterschiede im Leben von Männern und Frauen" zu untersuchen, neu interpretiert.

    Neben Artikeln, die die virtuelle Kunstkollektion diskutieren und kommentieren, gibt es auf der Internetseite auch eine Audiothek.


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  • Was ist das Virtual Muzey?

    Virtual Muzey ist ein virtuelles Frauenmuseum, das seit 2003 auf der Internetseite „Azerbaycan Gender Informasiya Merkezi" Informationen und Kommentare zur aserbeidschanischen Frauengeschichte in den Sprachen Aserbeidschanisch, Russisch und Englisch bietet.


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  • Wo befindet sich das erste Museum für Roma-Frauen?

    Museo Etnológoco de la Mujer Gitana wurde mit Mitteln der Europäischen Union aus dem Programm „Equal 2005 – 2007" gegründet und ist ein Projekt in Granada (Spanien), mit dem einerseits gegen die Diskriminierung der Roma-Frauen in Andalusien gearbeitet wird und gleichzeitig Roma-Frauen ins Arbeitsleben integriert.

    Das Museum ist in einem Stadtteil entstanden, der überwiegend von Roma bewohnt wird. An der Organisation war der Verein der Roma-Frauen und Roma-Frauen beteiligt. Museo Etnológico de la Mujer Gitana ist das erste Frauenmuseum, das sich mit der Kultur der Roma-Frauen beschäftigt.

  • Gibt es auch in Holland ein Frauenmuseum?

    Das Museum van de Vrouw (Echt - Holland) im Landkreis Echt-Susteren zeigt anhand von ethnographischen Objekten aus der Region den Status der Frau in der Gesellschaft in einem historischen Kontext. Das Museum van de Vrouw verdankt den Grundstock seiner Kollektion Spenden aus den Bereichen "Hausfrauen, Hebammen, Krankenschwestern, Hausmädchen, Schneiderinnen, Köchinnen und Lehrerinnen" sowie "Unterwäsche, Kleidung, Medikamente und Märchen".

    Konferenzen und Seminare im Museum finden nicht auf Niederländisch, sondern in Friesisch, die Sprache der Region statt.


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  • Warum stammen 4% der Ausstellungsstücke in einem Frauen-Kunstmuseum von Männern?

    "Nur 4 % der Kunstwerke, die weltweit in Museen ausgestellt werden, stammen von Frauen. Es ist fast unmöglich, dass Kunst von Frauen in Museen aufgenommen wird. Während es überall auf der Welt tausende Museen gibt, die männliche Geschichte und Kunst ausstellen, sind es nur wenige, die Kunst von Frauen ausstellen. Nicht eines davon gibt es in Holland. Das FemArtMuseum möchte an dieser Tatsache etwas ändern." (Aus dem Gründungsmanifest von FemArtMuseum)

    Wenn das Museum in Amsterdam eröffnet, werden 96 % des Museums die Werke von Frauen zeigen und 4 % die Werke von Männern. Damit wird es das erste Frauenmuseum werden, das auch männliche Künstler einschließt. Dank dieser Strategie wird das FemArtMuseum die Realität der Geschlechterdiskriminierung in der Kunstwelt durch seine ständige Ausstellung jeden Tag von neuem offen legen.


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  • Wie haben Frauenmuseen die Konzepte der traditionellen Museen beeinflusst?

    Frauenmuseen haben den Inhalt von traditionellen Museen bereichert und eine neue Betrachtung von Geschichte und Kunst gefordert und gefördert.

    Als Kultureinrichtungen, die sich in ständiger finanzieller Unsicherheit befinden, haben sich viele Frauenmuseen für alternative Arbeitsformen entschieden und so sind mobile Museen, Museen ohne Gebäude, Museen ohne eine Dauerausstellung oder virtuelle Museen entstanden, die das traditionelle Verständnis von einem Museum aufgelockert haben.


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  • Was haben alle Frauenmuseen gemeinsam?

    Frauenmuseen existieren vor allem durch ihre Unterschiede. Sie können sehr unterschiedliche Profile haben: Frauenmuseen gibt es in einer Metropole, inmitten des pulsierenden Lebens, oder in einer kleinen Stadt oder einem Bergdorf, weit entfernt von kulturellen Zentren. Sie können ein sehr hohes oder ein sehr knappes und unregelmäßiges Budget haben, mit oder ohne einem eigenen Gebäude arbeiten, eine feministische Perspektive in ihre Arbeit integrieren oder auch nicht.


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  • Welche konkreten Ergebnisse in den traditionellen Museen sind auf den Einfluss von Frauenmuseen zurückzuführen?

    Das erste wichtigste Ergebnis war 2002 die Eröffnung eines feministischen Kunstzentrums im Brooklyn Museum (USA). Das Elizabeth A. Sackler Center for Feminist Art bietet außerdem ein umfassendes virtuelles Archiv zum Thema feministische Kunst.

    Die andere wichtigste Entwicklung war die Ausstellung "elles@ Centrepompidou" im Centre Pompidou (Paris). Für andere wichtige Museen weltweit war diese Ausstellung ein Denkanstoß und eine Ermutigung. Camille Morineau, die Kuratorin, bezeichnete das Konzept als eine "Reaktion" und erklärt den Grund wie folgt:
    "In der National Gallery (London) gibt es 2300 Bilder, doch nur vier davon stammen von Künstlerinnen. Im Musee d'Orsay und im Louvre, den am meisten besuchten Museen der Welt mit 35.000 Kunstwerken, ist nicht eine einzige Arbeit von einer Künstlerin. Dafür gibt es aber genug Aktgemälde von Frauen. Nachdem ich Kuratorin am Centre Pompidou geworden bin, habe ich es innerhalb von vier Jahren geschafft, den Anteil von Künstlerinnen in den Kollektionen auf 17 % anzuheben. Mit 500 Werken von 200 Künstlerinnen aus dem 20. Jahrhundert zeigt erstmals auf der Welt ein Museum seine „weibliche Seite". Wenn der 17 % Künstlerinnenanteil im Centre Pompidou mit dem im französischen Parlament in Vergleich gesetzt wird, in dem nur 17 % Frauen vertreten sind, ist es offensichtlich, dass wir noch weit von Gleichheit entfernt sind."

    Mehr zu Camille Morineau unter:
    a target="_blank" href="http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/die-kunst-der-anderen/">http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/die-kunst-der-anderen/ (Aufgerufen am 11.10. 2009)
    http://www.centrepompidou.fr/Pompidou/Manifs.nsf/0/44638F832F0AFABFC12575290030CF0D (Aufgerufen Mai 2009)
    http://www.art-magazin.de/kunst/18864.html (Aufgerufen 26.5.2009)


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    Übersetzung ins Deutsche: Veronika Hartmann, Istanbul, Türkei
    Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

  • Wie viele Frauenmuseen wurden bis 2012 weltweit eröffnet?

    78 Frauenmuseen.

    Das Mama Africa im Dorf Batokunku in Gambia, das auf moderne und traditionelle Kunst von Frauen fokussiert ist, wurde als 73. Frauenmuseum gegründet.

    2009 entstanden zwei: als 74. das Online Girl Museum (USA), das das „Mädchenideal" in der internationalen Kunstgeschichte untersucht, und als 75. das Leyla Gencer Memorialhaus in Istanbul.

    2011 eröffnete das 76. und das erste Frauenmuseum in Mexiko Museo de la Mujer Mexicana

    2012 kamen Museo de las Mujeres -Costa Rica und das Frauenmuseum Istanbul als 77. und 78. Frauenmuseum hinzu.


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  • Warum sind Frauenmuseen notwendig?

    Die Vergangenheit wieder zu entdecken und daran zu erinnern, ist gerade in Bezug auf Frauen sehr schwierig, aber auch enorm wichtig. Frauenmuseen wollen, dass die Frauengeschichte nicht verloren geht, nicht in Vergessenheit gerät, verändert oder verleugnet wird. Frauenmuseen forschen über Frauengeschichte, dokumentieren sie, und machen sie sichtbar.

    Frauenmuseen sind eine Alternative zu bestehenden Museen und überzeugen diese mit ihren Arbeitskonzepten von der Notwendigkeit einer Änderung im Sinne einer geschlechtergerechten musealen Repräsentation von Geschichte, Kunst und Kultur.


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  • Sind die Frauenmuseen weltweit untereinander vernetzt?

    Ja, aber diese Möglichkeit, dass sich die Frauenmuseen weltweit kennenlernen konnten, war erst im Juni 2008 durch den 1. Internationalen Kongress der Frauenmuseen, der vom Museo della Donna / Frauenmuseum "Evelyn Ortner„ in Italien ausgerichtet wurde, gegeben. Vertreterinnen von 40 Frauenmuseen aus Asien, Amerika, Afrika und Europa kamen zusammen, um sich über die Sichtbarkeit von Frauenmuseen in der Gesellschaft auszutauschen und beschlossen, eine Internetplatform zur Vernetzung Women in Museum zu eröffen. Es wurde auch vereinbart, jedes Jahr in einem anderen Land einen Kongress der Frauenmuseen abzuhalten.

    Der 2. Internationale Kongress der Frauenmuseen wurde im September 2009 vom Frauenmuseum Bonn organisiert. Die teilnehmenden Frauenmuseen brachten Objekte, Installationen, Bilder und Texte unter dem Motto "Idole, Rollenmodelle, Heldinnen" mit und verwirklichten so die erste gemeinsame Ausstellung von Frauenmuseen.

    Der 3. Internationale Kongress der Frauenmuseen fand im Mai 2010 in Buenos Aires statt und wurde vom argentinischen Frauenmuseum Museo de la Mujer organisiert in Kooperation mit Museumsinitiativen aus Costa Rica, Peru und Mexiko. Die wichtigsten beiden Punkte auf der Tagesordnung waren die Gründung einer Internationalen Union der Frauenmuseen und die Diskussion über die Gründung einer Abteilung Frauenmuseen innerhalb des International Council of Museums (ICOM).

    Der 4. Internationale Kongress der Frauenmuseen fand vom 18. bis 21. Mai 2012 in Alice Springs (Australien) statt, organisiert von der National Pioneer Women's Hall of Fame und es wurde einstimmig beschlossen, die International Association of Women's Museums mit dem Sitz in Bonn zu gründen.


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  • In welchem Land befindet sich das Museum mit dem Anspruch: "Es gibt immer noch viel zu tun. Wenn wir und kommende Generationen aus der Vergangenheit lernen wollen, um unsere Zukunft zu gestalten, dann müssen wir die Erfahrungen und Leistungen von Frauen genauer kennen."?

    In den Vereinigten Staaten von Amerika.

    Das National Women's History Museum wurde im Jahr 1996 in Washington D.C. (USA) gegründet nach dem Prinzip "Die Generation, die das verinnerlicht, was Frauen und Männer aus einer gemeinsamen Perspektive heraus über das Leben mitzuteilen haben, hat eine bessere Zukunft zu erwarten. Erst dann werden Diskriminierung und Gewalt enden. Wenn wir und kommende Generationen aus der Vergangenheit lernen wollen, um unsere Zukunft zu gestalten, dann müssen wir die Erfahrungen und Leistungen von Frauen genauer kennen".

    Das National Women's History Museum wollte einen Standort in der Nähe der National Mall finden, in der Nachbarschaft zu anderen amerikanischen Nationalmuseen und zum Kapitol, damit der sozialpolitische Anspruch des Museum verdeutlicht werden kann. Im Jahr 2009 fand die Gruppe schließlich ein Gebäude in einer Straße, die die National Mall kreuzt, den sie als "den besten Platz für ein Museum, das die Erfolge von Frauen ausführlich darstellen will" betrachtet.

    Die lange Lobbyarbeit dauerte 2012 noch, um den Senat von der Wichtigkeit der finanziellen Unterstützung für den Kauf des Gebäudes zu überzeugen. Inzwischen arbeitet das Museum online.


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  • Was kann man tun, um Pfadfinderinnen für die Frauengeschichte zu interessieren?

    Dawn Elizabeth Monroe, eine ehrenamtliche Pfadfinderleiterin, legte für ihre Gruppe ein eigenes Archiv an, als sie feststellte, dass es kein Material über die Geschichte von Frauen in Kanada gab und veröffentlichte ihr Archiv Online Women's Museum 1998 im Internet, so dass die anderen Gruppenleiterinnen der Pfadfinder es nutzen konnten.

    Monroe verbindet damit die Hoffnung, den Mädchen durch altersgemäße Rätsel und Spiele die Geschichte von Frauen ins Bewusstsein zu rufen, z.B. "Welche bedeutende Frau hat am selben Tag Geburtstag wie ich?", "Wer sind die Frauen auf kanadischen Briefmarken?", "Erste Erfolge" oder "Aphorismen von Frauen".


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  • Wie viele Jahre muss frau kämpfen, um ein Haus, in dem Frauengeschichte geschrieben wurde, zu einem Museum zu machen?

    Ein 53 Jahre dauernder Kampf mit der Forderung "Die Geschichte des Frauenwahlrechts wurde in diesem Haus geschrieben, deshalb sollte dieses Haus ein Museum sein" endete 1998 mit der Eröffnung des Susan B. Anthony Hauses in Rochester, New York (USA).

    In diesem Haus arbeitete Susan B. Anthony (1820-1910), die erste Verfechterin des Wahlrechts für Frauen, zusammen mit anderen Aktivistinnen der Frauenbewegung, als sie ihre Forderungen formulierten. Einmal stand sie wegen ihres Engagements sogar unter Hausarrest. Susan B. Anthony starb vor der Einführung des Frauenwahlrechts.


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  • Was bedeutet Muso Kunda?

    Muso Kunda bedeutet in der Sprache Malis "die Seite der Frauen".

    Muso Kunda - Musée de la Femme, das zweite Frauenmuseum in Afrika (nach dem im Senegal), wurde 1999 unter der Leitung der feministischen Historikerin, Philosophin, Romanautorin und Professorin Adame Ba Konare im Gedenken an "den langen Weg, den Frauen für die Emanzipation gegangen sind" eröffnet.

    Das Museum zeigt den weiblichen Aspekt Malis mit einem pluralistischen Verständnis für die verschiedenen Kulturgruppen wie die Kayes, Djenne, Mopti und Tombouctou.


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  • Welches Frauenmuseum führt das Wort "Museum" nicht im Namen?

    Das Förderzentrum für Berufstätige Frauen in Tokio, Japan.

    Dieses Museum erweitert das Konzept eines Frauenmuseums, weil es sich im Zentrum der Japanischen Vereinigung zur Förderung von berufstätigen Frauen befindet, das das Ziel hat, die "Frauen zu unterstützen, die arbeiten bzw. bereit sind, zu arbeiten, um einen gesunden und dynamischen individuellen Arbeitsstil zu entwickeln". Das Museum profitiert von dem Synergie-Effekt in diesem Gebäude, in der Berufsberatung, Existenzgründungshilfe, medizinische Beratung, Frauenbibliothek, Dokumentationszentrum für Frauengruppen und Frauen-Kulturprogramme intergriert sind.

    Das Museum untersucht kritisch das Arbeitsleben von Frauen während drei historischer Perioden: Frauen als Industriearbeiterinnen nach der Zeit der Modernisierung in Japan 1868; Frauen im Arbeitsleben während und nach dem Zweiten Weltkrieg und der Prozess zur Gleichstellung der Geschlechter nach 1975. Von 2000 bis 2007 wurde das Museum von einer Million Menschen besucht.


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  • Was geschieht, wenn ein Frauenmuseum in einem Dorf gegründet wird?

    Das Dorf Faucigny (482 Einwohner), das nichts anderes anzubieten hatte außer einer kleinen Kirche, wurde nach der Eröffnung des ersten Frauenmuseums in Frankreich im Jahr 1999 zu einer Touristenattraktion.

    Das Frauenmuseum dokumentiert einen Querschnitt der Frauengeschichte durch die Ausstellung von Alltagsgegenständen der Mittelschicht und oberen Mittelschicht vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.

    Im Bregenzerwald in Österreich haben die Frauen des Dorfes Hittisau (1883 Einwohner) in ihrer Begeisterung für ein neues Frauenmuseum ihre normalen Aufgaben wie das Führen von Ferienunterkünften, die Feldarbeit und das Betreuen von Haushalt, Kindern und Tieren hintangestellt. Das Frauenmuseum hat keine Dauerausstellung, sondern zeigt nur Wechselausstellungen über Frauenleben in Vergangenheit und Gegenwart, die aus der Sicht von Frauen interpretiert werden.

    Die Bäuerinnen im Alter von 18 bis 80 übernehmen alle Aufgaben wie die Einrichtung der Ausstellung, Führungen, leisten Museumsdienst in den Öffnungszeiten, und tragen durch ihre eigenen Erfahrungen und ihr Wissen auch zu den neuen Ausstellungen inhaltlich bei.

    Es war der Traum der Historikerin und Kunsthistorikerin Elisabeth Stöckler, ein Dorfmuseum einzurichten und damit das Leben der dortigen Frauen sowie das Dorfleben insgesamt zu bereichern. Die elf Jahre des Frauenmuseums, die für die Frauen des Dorfes zweifellos aufregend waren, geben ihr Recht. Das Museum wird durch den Gemeinde-Etat finanziert und die Dorfverwaltung ist stolz darauf, das erste Frauenmuseum in Österreich zu haben.


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  • Welches Frauenmuseum hat das Konzept der "Pionierfrau" neu definiert?

    National Pioneer Women's Hall of Fame (Alice Springs, Australia) wählte im Jahr 1993 das Motto "jede Frau, die den von ihr selbst gewählten Weg geht, ist eine Pionierin" zum Arbeitsprinzip. Die Geschichte der Frauen in Australien sollte unter dem Aspekt untersucht werden, dass jede Frau die Möglichkeit hat, als eine Pionierin bezeichnet zu werden.


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  • Die Geschichte der Sklaverei in Bezug auf Frauen wird im ersten Frauenmuseum Afrikas thematisiert. Wissen Sie, in welchem Land es sich befindet?

    Im Senegal. Die Gründung des ersten Frauenmuseums in Afrika und gleichzeitig des ersten Privatmuseums im Senegal im Jahr 1994 ist dem Traum einer Frau und der kreativen Arbeit einer Frauengruppe zu verdanken.

    In Gorée Island richteten Annette Mbaye d'Erneville und ihre Gruppe ein kleines Gebäude direkt gegenüber dem Sklavereimuseum als "Familienhaus und Zentrum für Begegnungen und Berufsausbildung" ein. Sie nannten es "Frauenmuseum Henriette Bathily".

    Das Museum zeigt die Geschichte der Frauen in der Sklaverei und die Zeit vor der Sklaverei. Das Museum stellt auch das Leben der Frauen im heutigen Senegal dar sowie eine Vielzahl von Frauenbiografien wie z.B. von Getreidearbeiterinnen, Akademikerinnen, Politikerinnen, Aktivistinnen, Händlerinnen, Schriftstellerinnen, Keramikerinnen, Gewerkschafterinnen und Künstlerinnen.

    Henriette Bathily, die Namensgeberin des Museums, ist eine Tänzerin, die in Kunst und Kultur des gerade unabhängig gewordenen Senegal in den 1960er Jahren eine wichtige Rolle spielte.


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  • Wie viele mobile Frauenmuseen sind bis jetzt mit ihren Informationen zu den Menschen gegangen?

    Leider nur eines: Women's History Museum – on wheels (Washington, USA).

    Jeanne Schramm, Geschichtslehrerin und Bibliothekarin, hat auf eigene Initiative einen alten Schulbus zu einem mobilen Museum umgestaltet. Darin wurden die Biografien von zwanzig Frauen gezeigt, die in der Geschichte der USA eine bedeutende Rolle spielten. Von 1991 bis 2009 war sie mit ihrem Bus in ihrer Freizeit unterwegs. Sie parkte ihren Bus vor Schulen, Bibliotheken und Kirchen und brachte so den Besuchern Frauengeschichte nahe.

    2009 beendete Jeanne Schramm ihre Arbeit und schenkte ihren Frauengeschichte-Bus und ihre gesamte Sammlung dem National Women's History Museum (Washington, USA, 1996).


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